Angesichts des aktuellen Exporteinbruchs Chinas rechnen einige Konjunkturexperten damit, dass Deutschland entgegen den bisherigen Erwartungen 2009 seinen Titel als Exportweltmeister erneut verteidigen kann. "Die Chinesen leiden viel stärker unter der weltwirtschaftlichen Konjunkturschwäche als wir, denn sie exportieren vor allem Konsumgüter und deren Nachfrage dürfte nun sehr stark zurückgehen", sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner, dem "Handelsblatt" (HB - Donnerstagausgabe). Die deutschen Unternehmen seien dagegen in Schlüsselindustrien stärker und dürften daher von den weltweit aufgelegten Konjunkturprogrammen im Bereich Infrastruktur profitieren. Börner sagte, daher sei er "zuversichtlich", dass Deutschland auch 2009 wieder Exportweltmeister werden könne.
Dieser Ansicht ist auch DIHK-Chefvolkswirt Volker Treier: Die weltwirtschaftliche Schwäche treffe Deutschlands Exportwirtschaft zwar hart. "Momentan zeichnet sich allerdings in keiner Weltregion eine echte Stabilisierung ab - die Exportrückgänge in Fernost sind sogar noch stärker als in Deutschland", sagte Treier dem Blatt.
Skeptischer dagegen ist der Chefvolkswirt der Deka-Bank, Ulrich Kater: "Die Krise wird wenig an der bisherigen Aufholjagd der Chinesen ändern." Daher sei es wahrscheinlich, dass Deutschland in diesem Jahr den Exportweltmeistertitel verlieren werde.







Print






