Die EU-Kommission will per Eil-Verordnung sich in wirtschaftlichen Problemen befindenden Fluggesellschaften vor der Konkurrenz besser gestellter Wettbewerber schützen, dies erklärte Verkehrskommissar Antonio Tajani in Straßburg. So sollen Fluggesellschaften auch dann ihre Start- und Landerechte vorläufig behalten dürfen, auch wenn diese nicht genutzt werden. Dies würde zum Beispiel der immer noch ums Überleben kämpfenden Alitalia helfen.Slots: heiß begehrt
Es geht um die sogenannten Slots (Ein Slot bezeichnet in der Luftfahrt ein Zeitfenster, während dessen eine Fluggesellschaft einen Flughafen zum Starten oder Landen eines Flugzeugs benutzen kann). Die Airlines mussten bisher einen Slot abgeben, wenn er innerhalb eines Jahres weniger als zu 80 Prozent genutzt wird. Die neue Alitalia lässt beispielsweise täglich etwa 100 Slots allein auf dem Flughafen Rom verfallen.
Mit der neuen Verordnung soll eine Übergangslösung geschaffen werden, bis sich die klammen Airlines wieder etwas berappelt haben. Das trifft natürlich die sogenannten Billigflieger wie Easyjet, die auf zahlreiche zusätzliche Slots spekuliert haben. Slots sind vor allen an großen Drehkreuzen knapp und heiß begehrt, besonders von denen, die ihre Passagiere mit undurchsichtigen Zuschlägen abzocken. Easyjet-Chef Andrew Harrison hatte vor einigen Tagen in einem Pressegespräch seiner Wut freien Lauf gelassen und sagte unter anderem: „Die EU darf nicht erlauben, dass diese Slots auf Kosten anderer europäischer Airlines brach liegen. Europa kann nicht zurückfallen in das Steinzeitalter des Protektionismus.“
Es ist schon erstaunlich, dass immer wieder die Airlines, die ihre Kunden mit unverschämten Zuschlägen abkassieren, sich über Methoden anderer aufregen. Dabei sind die Flughäfen mit ihren zahlreichen Beschäftigten die Betroffenen. Den Flughäfen gehen durch die nicht genutzten Slots Flughafengebühren verloren - und den Händlern potenzielle Kunden.
Nur eine befristete Maßnahme
Tajani begründete seinen Vorstoß damit, dieser würde die Airlines in wirtschaftlich schweren Zeiten unterstützen. Allerdings soll diese Maßnahme nur für sechs Monate gelten. „Airlines, die in diesem Sommer viele Slots mangels Passagieren nicht nutzen können, werden die gleichen Verbindungen nächstes Jahr wieder zugeteilt bekommen.“ Zur Information: Der Sommerflugplan dauert vom 29. März bis 24. Oktober 2009. Der Ministerrat und das Parlament sollten dem Vorschlag im Eilverfahren zustimmen, verlangte die Kommission. „Die Entscheidung wird vor dem 26. März getroffen, falls sich die Lage des Luftverkehrs weiter verschlechtert, werden wir uns vorbehalten, diese Maßnahme auch im Winterflugplan anzuwenden", sagte Tajani.







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