Nach der Übernahme der Fraport-Anteile am Flughafen Hahn will Rheinland-Pfalz den Airport mittelfristig wieder in die schwarzen Zahlen führen. In den kommenden zehn Jahren will das Land dazu 89 Millionen Euro investieren.
Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) sieht vor allem im Aufbau eines Fracht- und Logistikparks erhebliches Entwicklungspotenzial. "Die zentrale Lage zu den Wirtschaftsräumen Westeuropas, ein 24-Stunden-Betrieb mit einer 3.800 Meter langen Startbahn, die Verfügbarkeit attraktiver Ansiedlungsflächen und eine schnelle Frachtabfertigung bieten eine herausragende Ausgangsposition", erklärte der Minister bei der Vorstellung eines Zukunftskonzepts für den Hahn am Dienstag in Mainz. Zudem sollen Handel und Gewerbe um das Flughafengelände ausgebaut werden. Im Bereich des Passagierverkehrs will das Land den Anteil weiterer Fluggesellschaften neben Ryanair nach Angaben Herings deutlich erhöhen.
Um die Vorhaben umsetzen zu können, hat die Landesregierung im April eine Entwicklungsgesellschaft gegründet. Das Land hält an dieser Gesellschaft 60 Prozent, die restlichen 40 Prozent teilen sich kommunale und private Gesellschafter.
In diesem Jahr werde das Defizit der Flughafen Hahn GmbH im aktuellen Wirtschaftsplan laut Hering mit 16,7 Millionen Euro kalkuliert (2008: 18,7 Millionen). Mittelfristig solle der Flughafen in schwarze Zahlen geführt werden. "Es ist aber nicht entscheidend, ob ein Jahr früher oder später", sagte Hering mit Blick auf die Bedeutung des Hunsrück-Flughafens für die wirtschaftliche Entwicklung der Region.
Fraport verkaufte alle Anteile an Rheinland-Pfalz
Das Land ist seit Anfang des Jahres Mehrheitsgesellschafter des Airports und damit für das Management zuständig. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hatte Anfang des Jahres seine Anteile an Rheinland-Pfalz abgetreten. Bis dahin war die Fraport AG mit 65 Prozent größter Anteilseigner des Flughafens, die Länder Rheinland-Pfalz und Hessen hielten je 17,5 Prozent. Das Land Hessen ist mit nach wie vor 17,5 Prozent weiterhin dabei.
Bislang konnte noch kein Investor gefunden werden, der die Anteile des Landes Rheinland-Pfalz am Flughafen Hahn übernehmen könnte. Es gebe aber keine Eile, versicherte Wirtschaftsminister Hering. Das Land könne die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH auch "mittelfristig" selbst führen. Ein Finanzinvestor werde nicht gesucht, vielmehr halte das Land nach einem geeigneten "strategischen Partner" Ausschau.







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