Staat unterstützt schließlich auch andere Wirtschaftszweige
Der Geschäftsführer der Kölner Industrie- und Handelskammer (IHK) fordert angesichts der Krise in der Transportbranche, dass die zum Jahresanfang erfolgte Erhöhung der Lkw-Maut vorerst ausgesetzt wird. Die Erhöhung sei zu einem völlig falschen Zeitpunkt und ohne Fingerspitzengefühl von der Politik durchgesetzt worden, kritisierte IHK-Geschäftsführer Ulrich S. Soénius am Donnerstag in Köln: «Während andere Wirtschaftszweige sich der Unterstützung des Staates erfreuen, wird die Transportwirtschaft, die unser aller Versorgung sicherstellt, auf allen Ebenen in die Zange genommen und finanziell ausgeblutet.» Deshalb sollte die Mauterhöhung ausgesetzt werden, bis die Folgen der Krise überstanden sind.
Nach dem Ergebnis einer IHK-Umfrage unter den Transportunternehmen im Kammerbezirk hat die Wirtschaftskrise die Branche inzwischen voll erfasst. Mehr als die Hälfte der 107 antwortenden Unternehmen reagieren auf mangelnde Aufträge, indem sie Lkws abmelden. In der Zwischenzeit summiere sich diese Summe auf eine Flotte von 273 LKWs. Das sind damit mehr als zehn Prozent des gesamten Bestandes in den Unternehmen, hieß es weiter.
Vor allem die im Durchschnitt um 40 Prozent erhöhte Autobahnmaut, die nur in ganz wenigen Fällen weitergegeben werden konnte, belastet die Unternehmen zunehmend. Die meisten Unternehmen, knapp 50 Prozent der Befragten, bleiben nach eigener Aussage demnach auf diesen Kosten sitzen. Weitere 44 Prozent können die Mauterhöhungen nur zum Teil weitergeben. Im Durchschnitt sanken die Transportaufträge in der Branche im ersten Jahresquartal um 20 Prozent. Etwa sieben Prozent mussten jedoch dabei auch Rückgänge von über 40 Prozent hinnehmen.
65 Prozent der Befragten erwarten weitere Rückgänge für dieses Jahr. Darauf reagieren die Unternehmen mit Kurzarbeit, Entlassungen sowie erheblicher Reduzierung des Fuhrparks.
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